Schnee in Sibirien lenkt Jetstream um

In: Read the World

Wenn es bei der Klimaerwärmung um Schnee geht, fallen nicht die Temperaturen ins Gewicht, sondern die Niederschläge. - Ezra Klein

Abfolgen von arktischen Hoch- und Tiefdruckgebieten, Meereswassertemperaturen im Pazifik und die Menge an Schnee, der im Herbst die Gebiete Sibiriens bedeckt – sie alle sind meteorologische Variablen, mit deren Hilfe Dr. Judah Cohen, Direktor der Atmospheric and Environmental Research Inc. (AER) in Lexington (Massachusetts), komplexe Wetterentwicklungen speziell im Winter berechnet.

In seinem jüngsten Artikel in der New York Times erklärt er die Rolle, die der siberische Schnee spielt und wie er insbesondere die Wetterphänomene im Winter der nördlichen Hemisphäre beeinflußt:

“Die Herbst-Schneedecke in ganz Siberien wird ständig größer.

Die Sonnenenergie wird vom hellen weißen Schnee reflektiert und entweicht in den Weltraum. Dadurch sinken die Temperaturen. Wenn die Schneedecke in Siberien zunimmt, dann entsteht in der Nähe von Bergen eine ungewöhnlich große Kuppel kalter Luft und dies verstärkt die stehenden Wellen in der Atmosphäre(…) Im Winter sendet diese veränderte Strömung (des Jetstream) die warme Luft nördlich der subtropischen Ozeane hinauf nach Alaska und Grönland, während gleichzeitig kalte Luft südlich der Arktis an die östlichen Flanken der Rocky Mountains gedrückt wird. Mittlerweile ergießt sich kalte Luft aus Siberien quer durch Eurasien in den südlichen Teil Ostasiens und sogar in den südwestlichen Teil Europas.

Aus diesem Grunde gab es im Osten der Vereinigten Staaten, in Nordeuropa und in Ostasien die schneereichsten und kältesten Winter seit Beginn des Jahrhunderts. Die meisten Wettervorhersagen vermochten es nicht, diese kalten Winter im Voraus zu bestimmen, weil in ihren Vorhersagemodellen die Ozeane bei der Erwärmung die Hauptrolle spielten, obwohl die Winter grimmiger wurden. Sie haben den Schnee in Sibirien ignoriert.”

Mehr dazu: Bundle Up, It’s Global Warming von Judah Cohen (New York Times)

Wissenschaftliche Erklärungen der Klimaerwärmung sind oft schwer zu verstehen. Man muß viel mehr wissen – über den meteorologischen Luftdruck, über den Jetstream, über die Anatomie eines Blizzards, die Unterschiede zwischen einem Zyklon und einem Antizyklon und was genau geschieht, wenn diese beiden im nördlichen Winter aneinandergeraten.

Ich selbst gehöre zu denjenigen, die Dr. Cohens obigen Behauptungen nicht nachvollziehen kann, insbesondere nicht vor dem Hintergrund der Erläuterungen, die er im Oktober 2010 der Bostoner Radiostation WBZ gegeben hatte:

“Wenn die Schneedecke unterdurchschnittlich ausfällt, ” sagte er, “dann haben wir eine Tendenz – eher öfter als seltener -, daß der Winter hier im Osten der USA warm ausfallen wird. Ich sage Wärme voraus und alle Indikatoren, die ich zu Rate ziehe, zeigen mir Wärme an.”

Quelle: Viewers ‘Curious’ About The Winter Forecast (cbslocal.com)

by atsil


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About atsil

Ildikó Áts (atsil) is a Germany-born Hungarian author, editor, translator and web designer. She studied languages, literature, philosophy, history, politics and economy as well as TCM in Hungary and Germany. Her focus is on ecology, human rights and FGM. She lives in Bavaria.

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