Was hat unser Fleischkonsum mit der Rodung tropischer Regenwälder in Südamerika zu tun? Wie viel Soja wird für Futtermittel nach Deutschland importiert? Wie groß ist der „Soja-Fußabdruck“ eines jeden Deutschen? Die neue WWF Studie erklärt, wie viel Fläche wir für unseren Fleischkonsum opfern!
Currywurst in Berlin oder Gletscher in den Alpen?
Keine Sorge – wir können beides haben. Aber dafür muss man ein paar Dinge wissen: Im 20. Jahrhundert haben sich die Gletscher aufgrund des Klimawandels weltweit zurückgebildet. Und die Auswirkungen sind enorm. Allein die Schweizer Gletscher verloren zwischen 1864 und 2005 beinahe die Hälfte ihres Volumens. Leider tragen wir mit unserem Appetit auf Currywurst, Steak & Co. regelmäßig dazu bei, dass die Welt immer wärmer wird und die Gletscher in den Alpen immer schneller schmelzen.
Fleischkonsum heizt Klimawandel an
Durchschnittlich verursacht jeder Deutsche pro Jahr Treibhausgasemissionen in Höhe von etwa elf Tonnen. Davon werden zwischen 1,5 – 2 Tonnen durch unsere Ernährung verursacht. Also in etwa 15-20% unserer Gesamtemissionen. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob wir Fleisch oder Gemüse auf dem Teller haben: Den mit Abstand höchsten Anteil unserer ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen (40 %) verursachen wir durch tierische Lebensmittel – nur etwa 8 % durch pflanzliche.
Dabei ist Rindfleisch mit 13.000 g CO2-Äquivalent pro Kilogramm absoluter Spitzenreiter; für Geflügel liegen die Emissionen bei 3.500 g CO2-Äquivalent pro Kilogramm. Gemüse verursacht dagegen nur etwa 150 g pro Kilogramm. Im Durchschnitt entstehen bei der Produktion pflanzlicher Lebensmittel nur etwa ein Zehntel der Treibhausgasemissionen tierischer Produkte.
Rodung von Wäldern für Weiden
Woran liegt das? Die Viehwirtschaft verantwortet etwa ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen weltweit – ca. 18%. Etwa ein Drittel davon ist allein auf die Rodung von Wäldern, vor allem in Südamerika, zurückzuführen.
Ein weiterer Grund für die hohen Treibhausgasemissionen tierischer Lebensmittel ist der große Energiebedarf für die Produktion der Futtermitteln. Hierfür sind große Mengen Düngemittel, Pflanzen- und Bodenhilfsstoffe sowie Treibstoff erforderlich. Zudem trägt im Fall von Wiederkäuern der hohe Ausstoß von Methan – einem starken Treibhausgas – sehr zu den hohen Treibhausgasemissionen von Fleisch bei: Rinder, Schafe und Ziegen müssen durch ihre Pansenverdauung ständig Methan “rülpsen”.
Bio-Fleisch besser fürs Klima
So weit, so bitter für den gleichzeitigen Currywurstkenner und Fan von Gletschertouren. Die Lösung heißt: Lieber seltener, aber dafür eine richtig gute Currywurst aus Biofleisch genießen. Denn die Bilanz wird deutlich besser, wenn die Tiere aus ökologischem Haltung stammen: So weist Bio-Hühnerfleisch zum Beispiel um die Hälfte weniger Emissionen auf als konventionell erzeugtes. Die Ursache hierfür liegt im Futter: Bio-Futtermittel verursachen weit geringere Emissionen als konventionelle Futtermittel. Für ein Kilo Hühnerfleisch aus konventioneller Herstellung wird fast ein Kilo Sojamehl verfüttert. Soja, das auf Flächen angebaut wird, für die in Lateinamerika Regenwald und andere Ökosysteme weichen mussten, die viel CO2 speichern.
Weitere Infos zum Download:
WWF-Hintergrundpapier: Klimaerwärmung durch Fleischkonsum?



Zuhause ist das ja schön und gut, da kann ich besser darauf achten. Aber unterwegs ist das Angebot von BIO-Fleisch sehr limitiert. Eine Currywurstbude, die BIO Würste anbietet hab ich leider noch nicht gefunden