UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, der sich im Vorfeld des Gipfels oft kritisch und mahnend zeigte, sparte bei der Eröffnung von Rio+20 nicht mit großen Worten. Er sprach davon, den Gipfel zu einem Vermächtnis für die künftigen Generationen zu machen. Nachzulesen ist dies auf den UN-Seiten, die sonst nicht viel zu den Ergebnissen des Gipfels schreiben.
Christina Hofmeister von der Umweltorganisation Greenpeace bewertet dagegen den Gipfel als gnadenlos gescheitert. In der Schuld stünden vor allem Europa und Deutschland, die gegen die USA und China kein politisches Gegengewicht aufbauen konnten. Besonderes enttäuscht zeigt sie sich über die Ignoranz gegenüber erneuerbaren Energien, die auf dem Gipfel deutlich wurde.
Das Zustandekommen des endgültigen Dokumentes kritisiert Michael Bauchmüller in der SZ. Unter kräftiger Mithilfe des Gastgebers Brasilien habe man die Dokumente abgesegnet, auch als sie immer unkonkreter und unverbindlicher wurden. Wie blanker Hohn klinge daher jetzt das Motto: the future we want.
Das Abschlussdokument habe nichts an Aussagekraft verloren, obwohl es von ursprünglich über 90 auf 53 Seiten geschmolzen ist, scherzt Joachim Müller-Jung in seiner Glosse in der FAZ. Das spreche nicht für seinen Inhalt. So sei die Umstellung auf ein papierloses System auf dem Kongress fast der einzige relevante Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Welt.
Philip Bethge ist im SPIEGEL davon überzeugt, dass der internationale Umweltschutz gescheitert ist. Hoffnungszeichen sieht er allein in der Zusammenarbeit zwischen Umweltschützern und Unternehmen. Die „Green Economy“ spiele hierbei eine gewichtige Rolle. Sie sei durch und durch pragmatisch und vielleicht gerade deshalb erfolgreicher als Vereinbarungen und Verträge: Unternehmen sind aufgrund langfristiger Planungsinteressen auf nachhaltige Entwicklung natürlicher Ressourcen angewiesen.

