Fast 15.000 Verbraucher haben sich bereits über Nestlés zuckrige Kinder-Frühstücksflocken beschwert. Konzernchef Gerhard Berssenbrügge antwortete persönlich: “Ich kann Sie beruhigen: Unsere Frühstücks-Cerealien sind keine Süßigkeiten, sondern ein vollwertiger Start in den Tag.” Mit dieser Einschätzung steht der Nestlé-Chef allerdings ziemlich alleine da. Vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bis zur Deutschen Gesellschaft für Ernährung – Experten sind sich einig: Allenfalls sehr wenig oder gar nicht gesüßte Flocken eignen sich als Kinderfrühstück. Produkte mit rund einem Drittel Zucker hingegen sind schlicht Süßigkeiten.
Halbwahrheiten, Ausflüchte und schiefe Vergleiche
Alles sei ja nicht so schlimm, schreibt Herr Berssenbrügge, schließlich stecke in den Nestlé-Produkten viel Vollkorn. Und außerdem würden die Kinder über die Flocken ermutigt, Obst und Milchprodukte zu verzehren. Schon richtig, die Frühstücksflocken enthalten Vollkornmehlanteile – allerdings oft weniger als Zucker. Und ein bisschen Vollkornmehl oder Milch macht noch kein gesundes Produkt.
Nach dieser Logik wäre auch Erdbeertorte ein ideales Frühstück – weil Obst drauf ist. Selbst wenn die Cerealien komplett aus Vollkorn bestünden: Wenn gleichzeitig 30 Prozent Zucker drinstecken, macht sie das lediglich zu Vollkorn-Süßigkeiten. Besonders dreist: Nestlé suggeriert, die zuckersüßen Frühstücksflocken entsprächen in irgendeiner Weise den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zwar empfiehlt die WHO in der Tat, dass nicht mehr als 10 Prozent der täglich aufgenommenen Kalorien aus zugesetztem Zucker stammen sollten. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie Frühstücksflocken mit 30 Prozent Zucker für ein geeignetes und ausgewogenes Produkt hält.
Aktiv werden gegen die Lügen des Lebensmittelherstellers
Mit einer Portion von Nestlés Cini-Minis hätte ein 7- bis 9-jähriges Kind etwa 20 Prozent der täglich erlaubten Zuckermenge aufgenommen, schreibt Gerhard Berssenbrügge. Soll das ernsthaft ein Argument FÜR die Produkte sein? Zumal Nestlé die Werte mit Mini-Portiongsrößen schönrechnet. Frühstücksflocken kann man mit sehr viel weniger Zucker herstellen. Aber statt dafür zu sorgen, dass sein Unternehmen tatsächlich kindgerechte Produkte anbietet, tischt der Nestlé-Chef den Verbrauchern nur Ausreden auf.
Wir lassen Nestlé die Ausreden nicht durchgehen! Fordere jetzt auch Du Nestlé auf, nur noch solche Frühstücksflocken als Kinderprodukte zu vermarkten, die tatsächlich kindgerecht sind und maximal 10 Prozent Zucker enthalten:
Schreibe jetzt direkt an Nestlé-Chef Gerhard Berssenbrügge!

