Kann eine moderne Demokratie einem anderen Volk eine langjährige Besatzung aufzwingen und gleichzeitig seine demokratischen Werte bewahren?
Im Jahr 1967 eroberte Israels Armee den Gazastreifen und das Westjordanland. Seitdem hat das Militär tausende Anweisungen und Gesetze erlassen, die nur in diesen Gebieten Gültigkeit besitzen. Es wurden Militärgerichte einberufen, die hunderttausende Palästinenser verurteilten und einer halben Million israelischen „Siedlern“ erlaubten, sich in den besetzten Gebieten niederzulassen. So hat die israelische Besatzungsmacht ein dauerhaftes Rechtssystem installiert, das weltweit einzigartig ist.
Der Film „The Law In These Parts“, der an diesem Dienstag im Abendprogramm von Arte ausgestrahlt wird, zeigt die Männer, die mit der Schaffung dieses Rechtssystems beauftragt waren und zum Teil auch immer noch sind. Männer, die dem juristischen Korps der israelischen Armee angehören. Ständig neuen Bedingungen ausgesetzt, sind diese Männer bei dem Versuch, das System am Leben zu erhalten, mit komplexen juristischen und moralischen Dilemmata konfrontiert. Doch laut der israelischen Regierung geht in den besetzten Gebieten alles mit rechten Dingen zu – im Einklang mit dem Völkerrecht.
Regisseur und Autor Ra’anan Alexandrowicz zeigt diesen beispiellosen und fast unbekannten Teil Zeitgeschichte, indem er diejenigen Männer befragt, die in den Anfangsjahren für die israelische Rechtsprechung in Palästina verantwortlich waren. Die Juristen, die die Anweisungen und Gesetze erlassen haben. Sein Film wagt sich an die Fragen, die sonst vermieden werden: Ist es möglich, dass sich eine Besatzung im legalen Rahmen eines Rechtsstaates abspielt? Welche gesellschaftlichen Konsequenzen hat ein solches Unterfangen? Und wie kann man einen Dokumentarfilm über ein derartiges System drehen?
Der im deutschsprachigen Europa von neuzeitmedia, Film- & Medienagentur Frankfurt (Exklusive Agentur von ro*co films Intern. LLC) vertretene Film „The Law In These Parts“ läuft am 26.02.2013 um 22.40 Uhr auf Arte.


