Reporter ohne Grenzen kritisieren IOC

12. September 2007 | Von nikal | Kategorie: Read the World!

Ein Jahr vor der Olympiade weisen die Reporter ohne Grenzen darauf hin, dass es in China entgegen aller Beteuerungen in Sachen Menschenrechte und staatlicher Zensur keinerlei Fortschritte gebe und verlangen eine eindeutige Stellungnahme des IOC.

Die chinesische Regierung versprach klare Verbesserungen die Menschenrechte betreffend, als es um die Vergabe der Olympiade ging. Allerdings hat sich der Ton nachdem man 2001 bekommen hatte, was man wollte, klar verschärft. Das Paradoxe: Das IOC gab China die Order, „sichere Spiele“ zu organisieren. Die Interpretation Chinas dieses Auftrags ist das Einsperren von noch mehr Dissidenten und auch die viel kritisierten Massenhinrichtungen sind weiterhin an der Tagesordnung, mehrere tausend Chinesen verlieren so jedes Jahr ihr Leben. Der „konstruktive Dialog“, den sich das IOC erhofft hatte, blieb aus.

Parallel zur „all news must be good“ Order wurde außerdem die Zensur weiter verschärft. Chinas Präsident Ju Jintao weist darauf hin, dass die Medien und das Internet nicht den „feindlichen Kräften“ überlassen werden dürfen. Mindestens 30 Journalisten und 50 Internetuser sind derzeit in China interniert, manche von ihnen seit den 80er Jahren.

Auch das Internet bleibt zensiert. Große Aufmerksamkeit wurde im Juni diesen Jahres dem Umstand zuteil, dass die Foto-Website Flickr in China teilweise nicht mehr einzusehen war. Auslöser für die Zensur waren wahrscheinlich Fotos von Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Jahrestages des Massakers am Platz des himmlischen Friedens.

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